Was heißt hier schon ‚gerecht‘, Magdalena Brieden?

magdalenaWas ist Gerechtigkeit?  Gerechtigkeit? Das ist eine der zentralen Grundfragen, die die KAB seit ihrer Gründung stellt:

Beispiel – wie muss eine Wirtschaft gestaltet sein, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt? Wie kann der von der Soziallehre der Kirche geforderte Vorrang der Arbeit vor dem Kapital umgesetzt werden? Wie müssen wir heute wirtschaften, um auch nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen? Wie können wir verhindern, dass sich die Krise des Kapitalismus zu einer Krise der Demokratie ausweitet. Was heißen Gerechtigkeit und Solidarität konkret für unser Handeln und welche Orientierungen können uns die biblische Botschaft und der christliche Glaube geben?

Papst Franziskus ruft uns auf, unser eigenes Handeln grundlegend zu verändern. Aber mit persönlichen Verhaltensänderungen allein ist es nicht getan. Sie müssen Teil eines Systemwechsels sein, für den wir uns gleichermaßen als Frauen und Männer stark machen müssen.

Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit und gute Arbeit ist unser Ausgangspunkt der arbeitende Mensch.

Uns geht es um eine gute Wirtschaft, die dem Menschen dient und die himmelschreiende Armut beseitigt.

Papst Franziskus fordert uns auf, für mehr Gerechtigkeit Sorge zu tragen, denn: „Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier“. (Mahatma Gandhi)

Bereits an vielen Stellen in der KAB und in der Gesellschaft sind Menschen unterwegs, um mehr Gerechtigkeit Realität werden zu lassen. Das ist gut so, aber wir müssen mehr werden, damit einer solidarischen, ökologischen und demokratischen Welt die Zukunft gehört.

 

Gott,

Deine Welt ist die unsrige,

doch die unsrige ist -noch- nicht die Deine.

 

Einiges gelingt,

vieles läuft verkehrt,

das meiste steht noch aus.

 

Wir brauchen die Gewissheit,

dass du dabei bist,

wenn wir uns bemühen,

Welt und Leben

nach Deinem Willen

und zum Wohl aller Menschen

zu gestalten.

Amen

 

Zum guten Schluss:

-Ein KAB-Rückblick für Gegenwart und Zukunft in Auszügen:

Auf dem Bundesverbandstag im Oktober 2011 hat die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Deutschlands den „Beschluss von Würzburg“ gefasst. Dieser ist die Rahmensetzung der Arbeit des Verbandes für die nächsten Jahre. Der Beschluss trägt den  Titel „Fair teilen statt sozial spalten – Nachhaltig leben und arbeiten“

Dafür setzen wir uns ein – Eine andere Gesellschaft ist möglich!

Als Bewegung für soziale Gerechtigkeit treten wir auf der Grundlage des Evangeliums, der Soziallehre der Kirche und der christlichen Werte für eine solidarische, gerechte und durch sozialen Zusammenhalt geprägte Gesellschaft ein.

Wir wollen eine „Tätigkeitsgesellschaft“, die durch folgende Grundsätze geprägt ist:

Alle Formen der menschlichen Arbeit sind von jedweder Entfremdung zu befreien und als gleichwertig anzuerkennen. Heute herrscht das Diktat der Erwerbsarbeit, die soziale Anerkennung, Sicherheit und Einkommen garantieren soll. Ehrenamtliches Engagement, Familienarbeit, aber auch Pflegearbeit und andere Arbeiten werden demgegenüber als nachrangig eingestuft, obwohl sie etwa für unser soziales Zusammenleben grundlegend sind. Keine Gesellschaft und keine Wirtschaft können ohne sie existieren. Arbeit muss zur Selbstentfaltung und Selbstbestimmung des Menschen beitragen und ist zwischen Frauen und Männern fair zu verteilen.

„Was für uns zählt, ist der Mensch, jeder Mensch, jede Gruppe von Menschen, bis hin zur gesamten Menschheit.“

Die menschliche Arbeit ist Mittel zum „Bebauen und Bewahren“ (Gen 2,15) der göttlichen Schöpfung. Wir sind Teil der göttlichen Schöpfung, die wir bis heute in einem unvertretbaren Maße ausbeuten und unwiederbringlich schädigen. Dies muss sich ändern, wenn wir kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft ermöglichen und die Schöpfung bewahren wollen. Das Erkennen von sozialen, ökonomischen und ökologischen Zusammenhängen, nachhaltiges Denken und Handeln sind notwendiger denn je, wie das „Sozialwort“ der beiden großen Kirchen in Deutschland bereits 1997 betonte: „Die christliche Soziallehre muss künftig mehr als bisher das Bewusstsein von der Vernetzung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Problematik wecken. Sie muss den Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung mit dem einer Weltgestaltung verbinden, welche der Einbindung aller gesellschaftlichen Prozesse in das (…) umgreifende Netzwerk der Natur Rechnung trägt. Nur so können die Menschen ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht.“ Nachhaltig leben und arbeiten ist der Kern einer menschlichen Gesellschaft, die zukunftsfähig ist.

„Jeder Mensch ist mehr wert, als alles Gold der Erde. (…) Wenn Du Glauben hast, wirst Du die Welt erobern.“ Joseph Kardinal Cardijn.

Mit solidarischen Grüßen aus der KAB zum Sozialkirchentag

Magdalena Brieden ist stellv. Diözesanvorsitzende der KAB, lebt in der Paderborner Südstadt und ist Mitglied der Vorbereitungsgruppe.

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